Öffentlicher Verkehr im Zentralraum wird neu ausgerichtet

Bestes Mittel gegen den Stau sind „schlaue“ Öffis / Daten und Fakten

Stärker Hand in Hand arbeiten, das haben sich Land und Stadt Salzburg beim öffentlichen Verkehr vorgenommen. Und dafür eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen. Nach einer Abstimmungsrunde auf politischer Ebene wurden heute eine in Auftrag gegebene Pendlerstromanalyse und darauf basierend die weiteren Schritte vorgestellt.

„Die Bereitschaft zur verstärkten Zusammenarbeit war noch nie so groß wie jetzt. Denn klar ist, dass Verbesserungen nur gemeinsam mit Land, Stadt und Umlandgemeinden gelingen“, ist Landesrat Stefan Schnöll überzeugt.

Preuner: „Angebot am tatsächlichen Bedarf ausrichten.“
„Mit der Pendlerstromanalyse liegt nun ein belastbares Datengerüst vor, auf dem wir die weiteren Schritte aufbauen können. Ich habe immer klargestellt, dass der Verkehr über die Grenzen der einzelnen Gemeinden hinaus betrachtet werden muss. Als nächste Schritte werden wir nun beurteilen, wo wir kurzfristig den Hebel ansetzen können und welche Maßnahmen längerfristig geplant und abgestimmt werden müssen. Dabei werden wir gemeinsam vorgehen und das Angebot am tatsächlichen Bedarf ausrichten“, betonte Bürgermeister Harald Preuner unmittelbar nach dem Treffen.

Unterkofler: „Linienführung überarbeiten, Reisezeit verkürzen.“
„Eine solch detaillierte Pendlerstromanalyse ist unsere Datengrundlage, um beurteilen zu können, wo die Linienführung sinnvoll ist, wo Park&Ride-Parkplätze den größten Effekt haben und welche Maßnahmen den öffentlichen Verkehr für die Pendlerinnen und Pendler wirklich attraktiv machen“, stellt Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Unterkofler fest. „Dazu gehört schließlich auch, die Menschen möglichst direkt von A nach B zu bringen und die Reisezeit damit deutlich zu verkürzen.“

Mehr als 56.000 pendeln täglich nach Salzburg
56.636 tägliche Einpendler in die Landeshauptstadt listet die neue Pendlerstudie auf, die weitaus meisten (47.774) Erwerbstätige, der Rest Schüler. Etwas mehr, nämlich 58.498 „pendeln“ zusätzlich an einem durchschnittlichen Arbeitstag innerhalb der Mozartstadt. Hier ist der Schüler-Anteil mit knapp einem Viertel höher. Nur 6.419 Personen arbeiten in der Stadt Salzburg in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wohnort, 308 Schüler haben ihre Bildungseinrichtung quasi vor der Haustür. Zum täglichen Gesamtverkehr tragen aber auch die 15.406 Personen bei (14.367 Erwerbstätige, 1.039 Schüler), die aus der Stadt ins Umland pendeln.

Das sind die Pendlerrouten
Aufgeteilt auf „Einfallschneisen“ ergibt sich folgende Aufteilung der Tagespendler in die Stadt: 6.405 aus dem Raum Oberndorf über die B156, 4.089 aus dem Seenland über die L101, 8.294 über die A1 beziehungsweise B1 aus Richtung Wallersee, 7.130 aus der Salzkammergut-Region über die B158, 15.256 aus dem südlichen Salzachtal und 6.600 aus Salzburgs Westen und dem angrenzenden Bayern, vornehmlich über die B1 und die Münchner Bundesstraße.

15.000 müssen aus der Stadt raus
Bei den zirka 15.000 täglichen Auspendlern ist zwar ebenfalls die Südachse am meisten genutzt, knapp dahinter kommen aber bereits jene, die in den Westen der Landeshauptstadt, hier vor allem nach Freilassing und Wals-Siezenheim unterwegs sind.

Öffis: Fahrplan und Liniennetz verbessern
An zwei Schrauben soll bei der Neuausrichtung gedreht werden: Dem Fahrplanangebot und dem Liniennetz. Ein Taktverkehr soll zum Grundbestandteil der Fahrpläne werden, die mehr als bisher auf die Anschlüsse an übergeordnete Verkehrsträger ausgerichtet werden. Ins Verkehrsnetz soll mehr Klarheit gebracht werden. Das bedeutet: Auf die Bedürfnisse abgestimmte Linienführungen, keine großen Einbahnschleifen, Umsteigepunkte werden forciert.

Öffis werden beschleunigt
Dem Öffentlichen Verkehr wird eine hohe Bedeutung eingeräumt. Weiter ausgebaut werden daher Busspuren, Schleusen (elektronische Bevorzugung) und Buskorridore.

Ein Beispiel: Neue Buslinie von Rif

Die jüngste Pendlerstudie bildet die Basis für weitere Aktionen. Die Stadtregion Salzburg umfasst mit den bayrischen Nachbargemeinden etwa 270.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Rund ein Drittel aller täglichen Pendler kommt über das Salzachtal in die Landeshauptstadt. „Die S-Bahn aus dem Süden wird bestens angenommen. Jetzt erweitern wir das Angebot auf der Achse westlich der Salzach mit einer raschen Maßnahme“, so Schnöll. Von Rif soll ab Herbst dieses Jahres die zusätzliche Buslinie 175 in die Landeshauptstadt geführt werden, die ergänzend zum bestehenden Angebot einen 15-Minuten-Takt vom Süden in die Stadt möglich macht. LK_190624_60 (sm/mel)
 


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